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14.10.2006 - Support für The Aggrolites, Groovestation Dresden

Groovestation. Zum zweiten Mal, nach dem Support von K-Mob vor einem halben Jahr. Mit Ansage. Ein paar andere Auftritte folgten zwischendrin. Zuletzt bei einem Fest unter Freunden in Waltersdorf. Unvergessen auch die Bunte Republik Neustadt. Aber das hier stellte wiedermal alles in den Schatten. Eindrücke sind sowieso um so stärker, je größer die zeitliche Nähe.

Alles begann ca. 2 Wochen vor dem Auftritt. Unser Schlagzeuger rief an und berichtete von einem kleinen Getränkeunfall mit fatalen Folgen. Auf Grund seiner Verletzungen würde er nicht spielen können. Sollte jetzt ein halbes Jahr Vorfreude einfach so umsonst gewesen sein? Schnell zum Telefon gegriffen und unseren Engel in der Not angerufen: Björn, das Highjumpers-Animal. Die Motivation sprang geradezu aus dem Hörer und sofort wurden Proberaumtermine angesetzt. 2 Stück, einer anderthalb Stunden, der andere vier Stunden. Mehr Zeit blieb nicht. Dennoch war allen bewusst, dass Björn zum einen unsere einzige Chance war, zum anderen vertrauten ihm alle Bandmitglieder bedingungslos.

Samstag gegen 17 Uhr ging es dann los. Kurzes Hallo an die Aggrolites, Zugucken bei deren Soundcheck. Fast wie ein Privatkonzert - die Jungs wollten gar nicht mehr aufhören, ihren Sound zu checken... Und das nach 46 Tagen auf Tour in 11 Ländern mit 43 Konzerten! Erich durfte mit ihnen eine Runde jammen, was sein Lächeln für die nächsten Stunden geradezu zementierte. Dann waren wir dran. Alles lief soweit ganz gut und selbst die Aggrolites meinten bei späteren Gesprächen noch vor dem eigentlichen Auftritt, dass der Soundcheck doch cool geklungen habe. Da fühlt man sich doch gleich wie geadelt und wächst auf der Stelle um dreieinhalb Zentimeter.

Nun gab es Steaks, lecker Kartoffeln, Salat und so weiter zu futtern. So langsam ging es auf neun zu im Pulsschlag machte sich die eine oder andere Unregelmäßigkeit bemerkbar. Gegen 21 Uhr 30 war dann Backstage-Aufenthalt zur Beruhigung angesagt, wo wir uns noch sehr nett mit Jesse unterhielten. Über alles mögliche kann man mit denen Reden, angefangen von ihrer Tour, über Musik in der ganzen Welt bis hin zum Beruf. Das lenkt ungemein ab und machte die Aufregung weniger schlimm.

Kurz vor halb elf wurde dann erstmal angestossen und man begab sich sogleich auf die Bühne. Es ging los und man konnte feststellen, dass Björn sich wohl bei Albi angesteckt hatte: er war zum Schnellspritzer geworden! Das kam meinen zitternden Knien nicht gerade zugute - so schnell hatten wir das ja noch nie gespielt. Ging aber trotzdem gut weiter, kleine Patzer hat wie immer jeder gemacht, allerdings wurde alles fachgerecht ausgebügelt. Kurz vor'm Ausflippen war Albi bei einem durchaus bekannten Liebeslied, als Bernd & Thomas sich mehr oder minder ein kleines Perkussions- bzw. Rhythmus-Battle lieferten. Wenn Albi tanzt, ist meine Welt in Ordnung.

Bekannte wie unbekannte Gesichter im Publikum waren am Tanzen und auch am Mitsingen, das ging richtig schön ab. Viel zu früh kam die Ernüchterung: Ach nee, schon das letzte Lied! Aber hey, wie hätte das denn ohne Zugabe ausgesehen! Also fix noch was hinterhergezimmert und ab. Dann war der Zauber auch schon vorbei, hoch in den Backstage, schnell noch ein Bier aufmachen und vor allem eins: hinsetzen! Nach kurzem Verschnaufen kamen dann die Aggrolites hoch und waren sichtlich angetan. Was will man denn da noch mehr?

Also fix noch unser Zeug in den Backstage geschleppt und dann konnte die Party weitergehen. Anderthalb Stunden Aggrolites - die geballte Ladung mitten ins Gesicht. Heiserkeit im Anschluss definiere ich mal einfach als notwendig, sonst hat man die Musik nicht verstanden. Mittendrin versagte die tourengeplagte Gitarre von Brian, woraufhin er eine Gents-Gitarre mit seinem göttlichen Schweiß weihte. Naja, zumindestens solange, bis er auch diese Gitarre kleingekriegt hatte. Strolchi wird diese ihre Gitarre, die eigentlich nur als Ersatz für Schaffi gedacht war, wohl nie mehr saubermachen...

Tja, nach den Aggrolites noch schnell aufgeräumt und noch nett im Backstage abgehangen. Das führte dazu, dass ich mit Brian ein sehr aufschlussreiches Gespräch führen konnte. Es ging um Beziehungen von Musikern, deren Frauen nicht hinter der Musik stehen. Wer seine Meinung dazu wissen will, fragt bei mir nach. Man merkt den Jungs an, dass es auch nur Menschen aus Fleisch und Blut sind, genauso normal wie jeder andere auch. Um es mal mit den Hotknives zu sagen "It's the saaaaaaaaame all over the world..."

Anschliessend noch Nighter und Vollsuff wie immer. Dann nett ins Auto verkrochen, wo ich Sonntag Morgen durch liebevolles Klopfen von Strolchi an die Fensterscheibe geweckt wurde. Nach und nach stiessen noch Bernd und Albi zu uns, sogar Max leistete uns bei unserem Groovestation-Terassen-Frühstück auf ein Brötchen Gesellschaft. Nette Pyjama-Hose übrigens...

Gegen 3 war man dann wieder fahrtüchtig und räumte das Feld. Allerdings vorerst ohne einen später geretteten Trompetenständer und einen Bassständer, der wohl jetzt die Proberaumgarage der Aggrolites ziert...

...dafür aber mit persönlich von den Aggrolites vollgeschwitzem Handtuch für die nächsten Auftritte, hehehe... ;)



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