Der Stamm wird gebaut
Um den Stamm zu montieren, sollte man generell zu zweit arbeiten. Zunächst werden die KG-Rohre in der gewünschten Reihenfolge aneinandergesteckt. Biegungen macht man mit vorzugsweise mehreren kleinen Winkeln (45° lieber aus 3x 15° zusammensetzen) und das Ende muss senkrecht aufhören, sonst hält die Krone nicht!
Hier also mal fix 'n Schema, wie mein Stamm zusammengesetzt wurde. Mir war der Doppelknick einfach lieber als ein gerader Stamm, der dann einen Meter weit im Raum stehen muss, weil die Krone ca. 1,80m Durchmesser hat.

Normalerweise (also für Abflussrohre) nimmt man eine Art Gleitgel zu Hilfe, was hier nicht gut ist, da die Rohre ja später nicht von irgendwas durchflossen werden. Wenn man gerade Rohrstücke zersägt, dann ist lediglich das Anbringen einer Fase zum Einfädeln drin - mehr nicht! Man muss dran denken, dass auch wenn es noch so beschissen geht, gerade diese Haftkraft später den Stamm zusammenhält. Er soll stehen und nicht - wie sonst bei Abflussrohren üblich - in der Erde liegen. Wo immer man irgendwas abschleift o.ä. wird später eine Schwachstelle sein. Also lieber n bissl rumwürgen und dann geht das schon.
Ist der Stamm fertig zusammengesteckt, werden von oben nach unten die Kokosfasermatten angeklebt. Hierzu wird immer ein Stück Rohr mit Leim eingestrichen und dann mit den Matten umwickelt. Bei 110er und 125er Rohr reichten bei mir zwei Matten für eine Umwicklung, beim 160er waren drei besser. Die Matten dürfen sich ruhig überlappen. Um das Ganze zu fixieren, wickelt man Draht um die Sache und zwirbelt den richtig schön mit zwei Flachzangen zusammen. Es soll halten, also darf gerne mehrmals pro Umwicklung Draht benutzt werden (wir haben zwei mal umwickelt, glaube ich), jedoch darf man jedes Mal nur eine Runde rumwickeln, da sonst das Verzwirbeln nicht gut funktioniert.

So arbeitet man sich den ganzen Stamm entlang hinunter, bis so weit über den Grund, wo der Stamm später "einbetoniert" wird. Lieber eine Lage zu viel wickeln, als eine zu wenig. Die ganze Prozedur macht richtig schön Dreck, weil die Kokosfasermatten bestialisch krümeln. Außerdem kann Leim tropfen. Also: den Fußboden abdecken!
Wenn alles umklebt ist, wird der Stamm in den Blumenkübel oder wo auch immer mit Bauschaum "einbetoniert". Hierbei muss darauf geachtet werden, dass die Lage des Stammes im Topf stimmt! Schief bleibt auch schief, also lässt man sich am Besten etwas einfallen, wie man den Stamm hinlegt oder -stellt, ohne dass er sich bewegen kann. Bei meiner Palme habe ich zunächst nur das unterste Stück des Stammes einbetoniert und dann den oberen Teil eingesteckt. Das kommt nicht so toll, da es gar nicht so einfach ist, den schon beklebten Stamm zusammenzustecken...man kann irgendwie nirgends mehr so richtig anfassen und Kraft aufbringen...Also lieber nen Kopp machen, wie man den kompletten Stamm einbetoniert.
Das Einbetonieren mit Bauschaum an sich sollte man lieber in mehreren Etappen vornehmen, da es immer Mist ist, mit Bauschaum große Volumen auf einmal zu füllen. Das trocknet nicht gut durch und quillt unkontrollierbar. Jedoch auch beim Einbetonieren in mehreren Etappen kann das Zeug stark quillen und evtl. aus dem Gefäß "herauslaufen", deshalb unbedingt den Untergrund abdecken.
Wenn man echt wicked ist, sägt man vor dem Einbetonieren noch zwei 1,5-Liter Flaschen Sprite ab. Am besten so, dass so viel wie möglich vom zylindrischen Teil übrig bleibt. Diese abgesägten Flaschen kann man dann mit einbetonieren. Nun kann man noch zwei 1-Liter Sprite-Flaschen ebenso absägen und hat herausnehmbare und abwaschbare Einsätze, in denen man im Sommer prima ein Paar Bierchen mit Eis lagern kann. Das Ganze funktioniert jedoch nur mit Sprite-Flaschen, weil die richtig zylindrisch sind und die kleinen in die großen passen. Außerdem passt eine Bierflasche in die Kleinen wunderbar rein. In die Großen passen Einweg-Flaschen vielerlei Art ebenso wie Whisky-Flaschen o.ä. rein....naja, ich will hier mal nicht weiter ausholen. Jedenfalls müssen die Flaschenhalter beschwert werden, sonst werden sie vom Bauschaum nach oben getrieben.